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Historie

Teil 1: Die Gründungsjahre des SV Glehn und seine Vorsitzenden =
Der SV Glehn ging 1924 aus dem ehemaligen Glehner Jünglingsverein, der sich seinerzeit nur mit Turnen befasste, hervor. Mehrere interessierte junge Männer – Frauenfußball war seinerzeit noch undenkbar – gründeten den Sportverein Glehn und schlossen sich dem Westdeutschen Fußball-Verband an – die Grundlage für die Aufnahme eines Spielbetriebes. Neben Fritz Kaimar, der als erster Vorsitzender fortan die Geschicke des Vereines bestimmte, zählten Jakob Kösser, Josef Faßbender und Peter Schröder zu den Kickern der ersten Stunde.
1927 erfolgte die Umtaufe des Vereines in „Hermania Glehn“, damals Voraussetzung für die Aufnahme in die Deutsche-Jugend-Kraft (DJK). 1934, die Nationalsozialisten hatten in Deutschland die Macht ergriffen, kehrte man in Folge der politischen Entwicklung zum „SV Glehn“ zurück und Johann Faßbender wurde zum Vorsitzenden des Vereines, der zwischenzeitlich über zwei Senioren- und zwei Jugendteams verfügte, bestimmt. Bereits zu diesem Zeitpunkt unterstützten 50 passive Mitglieder durch ihre Beiträge die Sportarbeit maßgeblich.
Von 1936 bis zum Ende des II. Weltkrieges leitete Heinrich Ebertz den Verein als Vorsitzender und hielt während des Krieges den Spielbetrieb notdürftig aufrecht. Der Wiederaufbau im Sportverein erfolgte nach 1945 maßgeblich durch die Einsatzfreude von Matthias Mostert, Karl Müller und Philipp Erkes. Müller und Erkes wechselten sich bis 1953 mit Theo Titz, Josef Böhmer und Karl Baues als Vorsitzende ab. Von 1953 bis 1970 leitete Heinrich Reck den Verein. Ihm folgten Herbert Klix (1970-78), Heinz Kremer (1978-84), Hans-Jürgen Reck (1984-1990 und 1999 – 2007), Karl-Hans Humpesch (1990-97), Josef Heckmanns (1997-99), Bernd Schriddels (2007) und seit 2008 Josef Evertz.
Zu Ehrenmitgliedern des SV Glehn wurden ernannt:
Josef Erkes, Willi Erkes, Adolf Norf, Hans-Jürgen Reck, Helmut Salomon, Matthias Steinfels
Ehrenvorsitzender des SV Glehn ist Heinrich Reck
Teil 2: Als Fußball noch auf der Kuhweide gespielt wurde =
Eine Sportanlage besaß die seinerzeit eigenständige Gemeinde Glehn allerdings nicht. In den Anfangsjahren der SV-Fußballer wurde sich damit beholfen, dass der Rübenplatz der damals an der Bachstraße ansässigen Krautfabrik Adam Titz als Spielfeld zu den sonntäglichen Spielen hergerichtet wurde. Erst später richtete die Gemeinde einen Sportplatz in der Nähe der Alt-Schanzerhöfe ein. Das Gelände blieb allerdings in Privatbesitz und wurde lediglich für den Spielbetrieb angepachtet. Unter der Woche diente die Fläche als Viehweide und musste für den Sonntag noch eigens gereinigt werden. Dennoch dürfte bei mancher Landung nach einem Flugkopfball Bekanntschaft mit einem Kuhfladen gemacht worden sein …
Bis zum Jahre 1954 wurde der Spielbetrieb an dieser Stelle durchgeführt, jedoch wurde bereits ein Jahr zuvor mit dem Bau einer neuen Fußballanlage am Buscherhof begonnen. Das Gelände stellte die Gemeinde Glehn kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus waren inzwischen auch Gelder aus dem sogenannten „Toto-Topf“ eingegangen, die neben der gemeindlichen Finanzierung sowie der Eigenleistung der Mitglieder diesen Platz erstellen halfen. Über 4.000 Arbeitsstunden wurden dabei freiwillig zur Kostendämpfung geleistet. An Christi Himmelfahrt wurde dann die Sportstätte im Rahmen eines Freundschaftsspieles gegen Fortuna Düsseldorfer zur Nutzung übergeben.
In den Folgejahren wuchs der SV Glehn immer weiter an und der Sportplatz Am Buscherhof erreichte seine Kapazitätsgrenzen. Glehn, zwischenzeitlich zur Stadt Korschenbroich zugehörig, erhielt einen „Sportpark“ an der Johannes-Büchner-Straße. Dort wurde zunächst ein Rasenplatz, das heutige Hauptfeld im Jahre 1977 fertig gestellt. Doch erst zwölf Jahre später, zum 65-jährigen Jubiläum des SV Glehn 1989, konnte das Umkleidegebäude mit Jugendraum im Rahmen einer Feierstunde fertig gestellt und eingeweiht werden.
1995 entschied sich die Stadt Korschenbroich, die Sportnutzung auf dem Gelände Am Buscherhof aufzugeben und einer Wohnbebauung, der heutigen Leo-Töller-Straße, zuzuführen. Als Ausgleich wurde der Sportpark um einen Aschenplatz erweitert.
Teil 3: Der sportliche Werdegang =
Bis 1939 wurde der Spielbetrieb der l. Mannschaft des SV Glehn meistens in den unteren Spielklassen durchgeführt. Der Durchbruch zur Bezirksklasse gelang erstmals im Spieljahr 1948/49 durch einen Sieg im Entscheidungsspiel gegen die DJK Rheinkraft Neuss in Kapellen. Nach zweijährigem Verbleib in dieser Klasse erfolgte leider ein zweimaliger Abstieg bis in die 2. Kreisklasse. Dank einer erfolgreichen Jugend- und Aufbauarbeit gelang dann 1956 zunächst ein Aufstieg in die 1. Kreisklasse und im darauffolgenden Jahr sogar wieder in die Bezirksklasse. Hier konnte man sich vier Jahre halten, bevor man sich mit einem erneuten Doppelabstieg bis in die 2. Kreisklasse abfinden musste.
Erst im Jahre 1972 schaffte es die Mannschaft, wieder die 1. Kreisklasse zu erreichen. Doch auch dieses „Hoch“ war nicht von langer Dauer, denn im Jahre 1975 ging es erneut zurück in die 2. Kreisklasse. Hier spielte man mit wechselnden Erfolgen in der neubenannten Kreisliga B. 1980/81 gelang der Aufstieg in die Kreisliga A mit nochmaligem Abstieg in der Saison 1981/82. 1984/85 wurde man Meister der Kreisliga B und schaffte den Durchmarsch 1985/86 mit Aufstieg in die Bezirksliga. Leider ging es im Jahre 1988 wieder eine Klasse tiefer.
Eine erneute Meisterschaft in der „LigA“ 1990 verschaffte dem SV Glehn die bislang längste Mitgliedschaft zur Bezirksliga (bis 2004). Je nach Gruppeneinteilung maß man sich dort mit Mannschaften aus dem Krefelder, Mönchengladbacher, Viersener oder/und Düsseldorfer Raum. Nach dem Abstieg 2004 wurde der SV Glehn 2005/06 Meister der Kreisliga A. 2006/07 und 2007/08 verlebte der SV zwei recht sorgenfreie Jahre in der Bezirksklasse, ehe man 2008/09 und 2009/10 wieder bis zur Kreisliga B durchgereicht wurde. Mit Spielern, die überwiegend aus Glehn stammen und einer verstärkten Jugendarbeit soll mittelfristig aber wieder mindestens die „LigA“ zu schaffen sein.
Eine bedeutende Rolle spielte auch die Damen-Mannschaft des SV Glehn, die bereits 1974 (!) als eine der ersten Mannschaften im Fußball-Kreis Grevenbroich/Neuss (?) gegründet wurde. Im Jahre 1984 gelang der Aufstieg in die Landesliga und in den Jahren 1984, 1986, 1988 und 1990 wurde die Mannschaft Kreispokalsieger. Nach zwischenzeitlichem Abstieg und mehreren Jahren in der Kreisliga gelang 2006/07 erneut der Aufstieg in die Landesklasse. Der Abstieg aus derselben 2009 führte mangels einer ausreichenden Zahl an Spielerinnen zur Einstellung des Spielbetriebs. Seit Saisonbeginn 2010/11 starten die Damen des SV Glehn wieder in der untersten Spielklasse mit durchaus achtbarem Erfolg. Für eine langfristige Perspektive im Frauenfußball werden junge Mädchen in der seit einiger Zeit im Spielbetrieb befindlichen „U17“-, „U13“- und "U11"-Juniorinnen ausgebildet.
Historische Aufnahmen von den Mannschaften des SV Glehn finden Sie in der Bildergalerie. Im Bereich Downloads ist die komplette Festschrift zur 75-Jahr-Feier des Sportvereines aus dem Jahr 1999 zu finden.
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